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Neurodermitis

Die Hautkrankheit Neurodermitis

Die Körperoberflache ist durch Meridiane unterteilt

Neurodermitis ist eine Hautkrankheit, die in Schüben auftritt und der Krankheitsverlauf ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Bereits nach dem dritten Lebensmonat kann die Hauterkrankung auftreten. Die Entstehung kann von genetischen Faktoren aber genauso von den Umwelteinflüssen begünstigt werden. Aus der Umwelt können zahlreiche Substanzen oder psychische Faktoren die Schübe auslösen oder verstärken. Bei der Neurodermitis sind die typischen Merkmale eine schuppige trockene Haut und der Juckreiz.
 
Mit Medikamenten kann die Hautkrankheit günstig beeinflusst werden, doch bis heute ist sie noch nicht heilbar. Wirkungsvolle Medikamente sind beispielsweise Kortison oder andere Wirkstoffe in Form von Salbe und Creme. Unterstützend können noch Therapiemaßnahmen die Beschwerden deutlich lindern.
 

Definition

Zu den atopischen Krankheiten zählen Neurodermitis, Asthma und Heuschnupfen. Die Neurodermitis wird in Fachkreisen auch als atopische Dermatitis bezeichnet. Bei einer solchen Erkrankung reagiert das Immunsystem mit einer heftigen Abwehrreaktion auf harmlose Substanzen aus der Umwelt, das können Lebensmittel oder Pollen sein. Diese Substanzen werden als Allergene bezeichnet.
 
Des Weiteren ist Neurodermitis unter den Bezeichnungen atopisches Ekzem, Endogenes Ekzem, Neurodermitis atopica und, wie bereits erwähnt, atopische Neurodermitis bekannt. Im 19. Jahrhundert wurde noch angenommen, dass die typischen Veränderungen der Haut durch eine Nervenentzündung verursacht werden. Aus dieser Zeit stammt auch aus dem Griechischen der Begriff Neurodermitis. Dabei steht neuron für Nerv, derma für die Haut und itis für die Entzündung.
 
Der Begriff atopisch kann im Zusammenhang mit Neurodermitis mit „fehl am Platz“ übersetzt werden. Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass die Schübe ohne eine sichtbare äußere Ursache, quasi wie aus dem Nichts, auftreten können.
 

Häufigkeit

Viele Kinder leiden unter Neurodermitis

Zu den am häufigsten auftretenden Hautkrankheiten wird die Neurodermitis gezählt. Allein in Deutschland sind zwischen zwei und zehn Prozent der Menschen davon betroffen. Bis zum Vorschulalter sind heute bereits bis zwölf Prozent der Kinder an Neurodermitis erkrankt. Vor knapp 50 Jahren war nur jedes 30. Vorschulkind an Neurodermitis erkrankt, heute dagegen ist es bereits jedes sechste Kind.
 
Besonders häufig tritt die Hautkrankheit in den westlichen Industrieländern auf. Möglicherweise sind es die gestiegenen Lebensbedingungen und hygienischen Bedingungen, die für diesen drastischen Anstieg verantwortlich sind. In einem hygienisch sauberen Umfeld ist das Abwehrsystem nur wenigen Bakterien ausgesetzt und so kann es unter Umständen zu heftigen Reaktionen auf harmlose Stoffe kommen.
 

Ursachen

Als Ursachen einer Neurodermitis sind heftige Abwehrreaktionen des menschlichen Körpers auf harmlose Substanzen, wie Blütenpollen, Hausstaub, Lebensmittel oder Tierhaare anzusehen, die als Allergene bezeichnet werden. Bei dieser Hautkrankheit richten sich die Lymphozyten, eine spezielle Art der weißen Blutkörperchen, die die schädlichen körperfremden Stoffe bekämpfen sollen, gegen die Allergene. Der Körper bildet große Mengen an Abwehrstoffen, die Antikörper, gegen die eigentlich ungefährlichen Allergene.
 
Das Immunglobulin E ist ein wichtiger Antikörper und zusammen mit unterschiedlichen Botenstoffen des Immunsystems wird eine entzündliche Reaktion der Abwehr der Haut hervor gerufen. Die Botenstoffe, hierbei handelt es sich um die Zytokine, sind ein wesentlicher Bestandteil des Immunsystems, die die Krankheitserreger abwehren. Die Entzündungen werden durch unterschiedliche weiße Blutkörperchen gefördert und der Botenstoff Histamin wird noch zusätzlich ausgeschüttet. Dadurch wird die Abwehrreaktion noch verstärkt und der Juckreiz tritt hervor.
 
Die Auslöser können klimatische Bedingungen, wie extreme Hitze oder Kälte, Infektionen, bestimmte Lebensmittel, wie Weizen, Milch und Nüsse, mechanische Reize der Haut, wie das Schwitzen oder der Kontakt mit Wolle oder verschiedene Allergene, wie Hausstaubmilben, Pollen oder Tierhaare sein. Ebenfalls kann die Neurodermitis durch psychischen Stress hervor gerufen werden.
 
Foto: ©  Sabine Weiße / Pixelio

Foto: © magicpen / Pixelio