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Neurodermitis bei Kindern

zwei glückliche KinderEtwa elf bis 13 Prozent der Kinder sind in Deutschland an Neurodermitis erkrankt und mehr als die Hälfte leidet bereits im Säuglingsalter darunter. Neurodermitis tritt bei Kindern erst ab dem dritten oder vierten Lebensmonat auf, solange besteht noch der Schutz des Fruchtwassers, mit der darin enthaltenen Hyaluronsäure, in der sich das Baby während seiner Entwicklung im Mutterleib befand.
 
Ab dem zweiten Lebensjahr verändert sich das Krankheitsbild, besonders betroffen sind dann die Kniekehlen, die Ellenbeugen, die Achselhöhlen und die Hautfalten im Intimbereich. Ebenfalls ist oft der Hals von Neurodermitis bei Kindern betroffen. Bei einigen Kindern kann die Hautkrankheit in diesen Bereichen chronisch werden. Dabei können die Rötungen, Abschürfungen und Knötchen bis tief in die Haut eindringen. Im Verlauf der Krankheit entsteht eine Verdickung der Haut und die feine Struktur geht verloren. Weitere Merkmale von Neurodermitis können die seitlich fehlenden Augenbrauen, die fehlenden Winkel an der Schläfe des Haaransatzes und eine ausgeprägte Unterlidfalte sein.
 
Neurodermitis bei Kindern äußert sich durch Abschürfungen und Rötungen, begleitet können diese Merkmale von starken Entzündungsreaktionen sein. Dabei können nässende Veränderungen der Haut, Schuppen und kleine Bläschen mit Flüssigkeit gefüllt auftreten. Weiterhin kann es zu trockener Haut kommen, da eine zu geringe Tätigkeit der Talgdrüsen aktiviert ist. Genauso kann es zu depigmentierten, spröden, weißen, schuppenden, trockenen und Juckreiz auslösenden Flecken kommen.
 
Der starke Juckreiz ist ein prägendes Merkmal der Neurodermitis, auch schon bei Kindern. Damit den Kindern das Leben erleichtert werden kann und um sie vor Verletzungen der Haut zu schützen, die Infektionen zur Folge haben, sollten lindernde Lotionen auf die Haut aufgetragen werden. Besonders in der Nacht kommt es zu einem unbewussten Kratzen der Haut, dafür können Eltern den Kindern weiche Wollhandschuhe überziehen.
 

Kind

Spezielle Ausprägungen der Neurodermitis bei Kindern 

Die Hautkrankheit kann in der Variante einer Münze auftreten, die unter dem lateinischen Begriff Nummulär bekannt ist. Dabei ist eine runde, entzündete und gerötete Veränderung der Haut zu sehen, die oftmals mit Schuppen bedeckt ist.
 
Durch trockene Lippen kann das Lippenleck-Ekzem, besonders im Winter hervorgerufen werden. Dabei werden die Lippen mit der Zunge befeuchtet, um die trockene Haut geschmeidiger zu machen und dabei entsteht eine Reizung. Die Hautreizung äußert sich in Schuppung und Rötung, nässenden, offenen Hautstellen und der Bildung von einer Kruste. Nicht nur das unbewusste Befeuchten der Lippen kann das Lippenleck-Ekzem hervorrufen, genauso kann ein verstärkter Speichelfluss dafür verantwortlich sein, der beispielsweise durch das Tragen einer Zahnspange entstehen kann.
 
Eine äußerst geringe Ausprägung der Neurodermitis bei Kindern sind die Ohrläppchenhagaden. Dabei tritt am Ohrläppchen eine entzündliche Rötung ein.
 
Ein Ekzem im Nacken tritt besonders häufig bei Jugendlichen auf, hierbei sind Rötungen am Übergang der behaarten Kopfhaut zum Nacken zu sehen, die zum Teil von Abschürfungen und offenen nässenden Stellen begleitet werden.
 
Das Genitalekzem ist besonders schwer bei Kindern zu behandeln, es treten gerötete schuppende Hautveränderungen der großen Schamlippen oder des Hodensacks auf. Hierbei sollten die Eltern darauf achten, dass die Kinder keine zu enge Kleidung tragen, da diese das Genitalekzem noch fördert.
 
Das Hand- und Fußekzem ist ebenso oft bei Kindern zu bemerken, oft ist dafür eine Störung der natürlichen Schweißbildung verantwortlich. An den Fuß- bzw. Handflächen und den seitlichen Flächen der Zehen bzw. Finger entstehen heftig juckende Bläschen, die begleitet werden von Schuppung, Rötungen, Krusten, Abschürfungen und offenen nässenden Stellen.
 
Die so genannten atopischen Winterfüße treten meistens bei Kleinkindern auf, an den Zehenspitzen ist eine Schuppung zu sehen. Breitet sich das Krankheitsbild weiter aus, so kann der ganze Fuß davon betroffen sein und es können auch hier wieder Abschürfungen, Rötungen und offene Stellen beobachtet werden.
 
Die Neurodermitis bei Kindern nimmt ungefähr bei 98 Prozent einen leichten Krankheitsverlauf und heilt von allein aus.
 

Foto: © Albrecht E. Arnold/ Pixelio

Foto: © daniel stricker / Pixelio