Heidelberger Dermatologe und Krebsforscher Dr. Christoffer Gebhardt klärt Mechanismus auf und wird dafür ausgezeichnet

Chronische Entzündungen fördern die Entstehung von Hautkrebs. Eine zentrale Rolle bei diesem Prozess spielt das Eiweiß RAGE, das in entzündetem Gewebe verstärkt aktiv ist. Diese Zusammenhänge und damit einen möglichen Ansatzpunkt für zukünftige Krebstherapien hat Dr. Christoffer Gebhardt, Assistenzarzt an der Universitäts-Hautklinik Heidelberg (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Alexander Enk), entdeckt und ist dafür mit drei renommierten Preisen ausgezeichnet worden.

Für seinen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung des Hautkrebs erhielt er den mit 10.000 Euro dotierten Fleur Hiege-Gedächtnispreis der Hiege-Stiftung gegen Hautkrebs, den mit 5.000 Euro dotierten Egon-Macher-Preis der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Forschung (ADF) für Nachwuchsforscher in der experimentellen Dermatologie und den ebenfalls mit 5.000 Euro dotierten Oscar-Gans-Preis (Förderpreis) der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) für herausragende Veröffentlichungsleistungen. Die ausgezeichneten Ergebnisse wurden im hochrangigen "Journal of Experimental Medicine" veröffentlicht.

RAGE (Receptor of Advanced Glycation Endproducts) ist in der medizinischen Forschung hinreichend bekannt. Das Protein spielt bei Diabetes, Blutvergiftung (Sepsis), Gefäßverkalkung, Alzheimer Demenz, Alterungsprozessen und chronischen Entzündungen eine entscheidende Rolle, indem es Entzündungsreaktionen in Gang setzt. Im Tierversuch sind Mäuse ohne RAGE daher teilweise vor chronischen Erkrankungen und deren Folgen geschützt.


Möglicher Ansatzpunkt für zukünftige Krebstherapien

Einige hundert Krebszellen entstehen täglich im Körper und werden in der Regel vom körpereigenen Abwehrsystem bekämpft und zerstört. Ob sie sich zu einem Tumor entwickeln können, hängt also entscheidend vom Zustand des umliegenden Gewebes ab: "Eine chronische Entzündung schafft im Gewebe offensichtlich Bedingungen, die es einzelnen entarteten Zellen erleichtern, sich zu einem Tumor weiter zu entwickeln", so Dr. Gebhardt.

Entzündung ist dabei nicht gleich Entzündung. Während durch mehrfache schwere Sonnenbrände aber auch in chronisch-entzündeten Wunden das Krebsrisiko erhöht ist, ist dies bei Neurodermitis oder Schuppenflechte, ebenfalls Entzündungen der Haut, nicht der Fall. Gemeinsam mit Kooperationspartnern im In- und Ausland will Dr. Gebhardt daher nun mit seiner von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungsgruppe den genauen Wirkmechanismus des RAGE-Signalwegs und ähnlicher Signalwege entschlüsseln und gleichzeitig neue Medikamente gegen den Hautkrebs prüfen.

"Quelle: Informationsdienst Wissenschaft (idw), bzw. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg"